Warum es einen Besuch wert ist
Die „Queen’s Diamond Jubilee Galleries“ unterscheiden sich von der darunter liegenden Abtei, da sie die Westminster Abbey von einem zeremoniellen Raum in eine Sammlung verwandeln, die man Objekt für Objekt erkunden kann. Was den Aufpreis für die Eintrittskarte rechtfertigt, ist die Tatsache, dass die Schätze in dem Gebäude selbst ausgestellt werden, zu dem sie gehören, und nicht in einem separaten Museum. Halten Sie nicht schon bei den ersten Vitrinen an und gehen Sie nicht gleich wieder weg – gehen Sie bis zum Aussichtsplatz oberhalb des Hauptschiffs und kehren Sie dann durch die Ausstellungsräume zurück.
Der erste Blick über das Kirchenschiff
Der erste echte Höhepunkt im Obergeschoss ist der Blick von oben auf die Abtei selbst. Von hier aus wird die Geometrie der Kirche auf eine Weise deutlich, wie es vom Boden aus niemals möglich ist – die lange Achse des Kirchenschiffs, das Vierungskreuz und die Anordnung der Denkmäler darunter. Machen Sie eine längere Pause, als Sie für nötig halten. An diesem Punkt wirken die Galerien nicht mehr wie ein bloßes Zusatzelement, sondern verleihen dem gesamten Besuch eine neue Dimension.
Königliche Bildnisse und Grabbeigaben
Die mittelalterlichen Grabfiguren gehören zu den eindrucksvollsten Exponaten hier, da sie die königliche Zeremonie eher menschlich als abstrakt erscheinen lassen. Ihre geschnitzten Gesichter, bemalten Oberflächen und ihre naturgetreue Größe zeigen, wie die Verstorbenen im Rahmen staatlicher Rituale öffentlich dargestellt wurden. Schauen Sie nicht nur von vorne hin. Gehen Sie ein Stück zur Seite und betrachten Sie die Verarbeitung und die Gebrauchsspuren genau, die Aufschluss darüber geben, wie alt und zeremoniell diese Gegenstände tatsächlich sind.
Manuskripte, Aufzeichnungen und Krönungsmaterial
Dieser Abschnitt belohnt Leser, die sich Zeit lassen. Die Handschriften, Urkunden und krönungsbezogenen Gegenstände verdeutlichen, dass die Abtei nicht nur als Kirche fungierte, sondern auch als Aufbewahrungsort für die Geschichte der Monarchie und der nationalen Zeremonien. Die Darstellungen sind nicht auffällig, aber sie sind voller Bedeutung. Sollte Ihnen eine Stelle zu textlastig erscheinen, lesen Sie einfach weiter – die Sequenz entfaltet ihre Wirkung am besten, wenn Sie sie als Geschichte und nicht als Aneinanderreihung einzelner Objekte betrachten.
Das „Richard II“-Tafelbild und die erhaltene Malerei
Besonders hervorzuheben ist das Richard-II.-Tafelbild, das Ihnen die seltene Gelegenheit bietet, erhaltene mittelalterliche Königsdarstellungen in einem Gebäude zu bewundern, in dem sich im Laufe der Jahrhunderte so viel verändert hat. Es lohnt sich, zunächst einen Schritt zurückzutreten, um die Gesamtkomposition zu betrachten, und sich dann näher heranzubegeben, um die malerischen Details zu studieren. In einer Galerie voller Stein-, Holz- und zeremonieller Fragmente sorgt dieses Werk für einen starken visuellen Eindruck.
Die nach außen gerichteten Fenster
Einige der schönsten Momente bieten sich gar nicht in den Vitrinen, sondern an den nach außen gerichteten Fenstern mit Blick auf den Palast von Westminster. Diese Ansichten rücken die Abtei still und leise wieder ins städtische Zentrum Londons. Nach all den Gräbern und Relikten im Inneren erinnert der Blick nach draußen daran, dass dies nie ein abgeschottetes historisches Denkmal war – es war stets mit dem nationalen Leben um es herum verbunden.