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12 interessante Fakten über Canterbury in Kent

Die Straßen von Canterbury vereinen fast 2.000 Jahre Geschichte in einem einzigen Spaziergang – von den römischen Wänden bis hin zum UNESCO-geschützten Domareal. Diese vielschichtige Vergangenheit hat die englische Religion, Literatur und das städtische Leben in einer Weise geprägt, die bis heute spürbar ist.

Interessante Fakten über Canterbury

Die römischen Wurzeln reichen tief

Lange bevor die Türme der Kathedralen die Skyline prägten, war Canterbury die römische Stadt Durovernum Cantiacorum. Teile des römischen Straßenrasters, der Wände und archäologischer Überreste prägen noch immer das moderne Stadtzentrum, weshalb sich ein Spaziergang durch Canterbury ungewöhnlich vielschichtig anfühlen kann – die mittelalterlichen Gassen folgen oft weitaus älteren städtischen Strukturen.

Eine UNESCO-Stätte in drei Teilen

Der Status von Canterbury als Weltkulturerbe beruht nicht allein auf der Kathedrale. Die UNESCO hat die Kathedrale von Canterbury, die Abtei St. Augustine und die St.-Martin-Kirche gemeinsam in die Liste aufgenommen, da sie als Ensemble die Wiedereinführung des Christentums in Südengland sowie die außergewöhnliche religiöse Bedeutung der Stadt vom späten 6. Jahrhundert bis ins Mittelalter veranschaulichen.

Becket veränderte das Schicksal von Canterbury

Im Jahr 1170 wurde Erzbischof Thomas Becket in der Kathedrale von Canterbury von vier Rittern ermordet, die glaubten, im Auftrag Heinrichs II. zu handeln. Sein Tod erschütterte das mittelalterliche Europa, und der Schrein, der später über seinem Grab errichtet wurde, machte Canterbury zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Christenheit, bis Heinrich VIII. im Jahr 1538 dessen Zerstörung anordnete.

Die Pilger kurbelten die lokale Wirtschaft an

Über Jahrhunderte hinweg war Canterbury nicht nur von spiritueller Bedeutung – die Pilgerfahrten führten auch zu einem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Die Ströme von Reisenden benötigten Verpflegung, Unterkunft, Souvenirs, Reiseleiter und Gebetsräume, sodass Gasthäuser, Märkte und religiöse Einrichtungen rund um das Domgelände florierten. Ein Großteil des mittelalterlichen Charakters der Städte wird erst dann wirklich verständlich, wenn man bedenkt, dass sie sich ebenso sehr um den Verkehr wie um die Frömmigkeit herum entwickelt hat.

Chaucer machte Canterbury zu einer Ikone

Geoffrey Chaucers Die Canterbury-Erzählungen verschafften dem Stadtstaat ein literarisches Nachleben, das weit über das Mittelalter hinausreichte. Das im späten 14. Jahrhundert verfasste Werk begleitet Pilger auf ihrer Reise zum Schrein Beckets und trug dazu bei, Canterbury in der englischen Vorstellungswelt als einen Ort zu verankern, an dem Glaube, Erzählkunst und gesellschaftliche Beobachtung aufeinandertreffen.

Westgate steht nach wie vor Wache

Wenn Sie sich der Altstadt von Westen her nähern, passieren Sie ein Bauwerk, das einst den Zugang zum mittelalterlichen Canterbury kontrollierte. Die im 14. Jahrhundert erbauten Westgate Towers werden weithin als das größte erhaltene mittelalterliche Gateway in England bezeichnet. Dies erinnert daran, dass Canterbury nicht nur eine Pilgerstadt, sondern auch eine befestigte Stadt war.

Englands älteste Pfarrkirche

Nur einen kurzen Fußweg vom Zentrum entfernt befindet sich die St.-Martin-Kirche, die als älteste Kirche Englands gilt, die noch immer als Pfarrkirche genutzt wird. Seine Bedeutung geht über das bloße Alter hinaus: Königin Bertha soll hier bereits vor der Mission des Augustinus gebetet haben, wodurch dieser Ort mit der Christianisierung des angelsächsischen Englands in Verbindung gebracht wird.

War Wegbereiter der weltweit ersten Dampfeisenbahn

Im Jahr 1830 entstand in Canterbury der weltweit erste regelmäßige Personendampfzugverkehr, bekannt als die „Canterbury and Whitstable Railway“. Sie trug den lokalen Spitznamen „Crab and Winkle Line“ und beförderte sowohl Fahrgäste als auch lokale Güter zwischen der im Landesinneren gelegenen Stadt und der Küstenhafenstadt Whitstable.

Der Krieg hinterließ sichtbare Narben

Das historische Erscheinungsbild von Canterbury mag den Eindruck erwecken, die Stadt sei unberührt geblieben, doch sie wurde 1942 durch den „Baedeker-Blitz“ schwer getroffen. Die Bombardierungen beschädigten weite Teile des Stadtzentrums, zerstörten Gebäude und machten nach dem Krieg schwierige Entscheidungen beim Wiederaufbau erforderlich. Aus diesem Grund verbindet sich im heutigen Straßenbild die erhaltene mittelalterliche Bebauung mit einer Architektur und Stadtplanung, die eindeutig aus der Nachkriegszeit stammt.

Die älteste ununterbrochen bestehende Schule der Welt

Die King’s School in Canterbury wurde im Jahr 597 n. Chr. von Augustinus neben der Kathedrale gegründet und gilt weithin als die älteste ununterbrochen bestehende Schule der Welt. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Einrichtung namhafte Persönlichkeiten hervorgebracht und dabei das historische Erbe nahtlos mit einem modernen Lehrplan verbunden.

Geburtsort von Rupert Bär

Die beliebte britische Comicfigur Rupert Bear wurde 1920 von der in Canterbury lebenden Mary Tourtel für den Daily Express geschaffen. Heute zeigt das örtliche Museum „Beaney House of Art & Knowledge“ Kunstwerke und Exponate, die der Geschichte der berühmten Zeichentrickfigur gewidmet sind.

Ein Universitätsstandort mit hoher Dichte

Trotz seiner geringen Einwohnerzahl und seiner historischen Atmosphäre ist Canterbury ein pulsierendes, modernes Studentenzentrum. Als Standort der University of Kent, der Canterbury Christ Church University und der University for the Creative Arts weist die Stadt eine der höchsten Quoten an Studierenden im Verhältnis zur ständigen Einwohnerzahl im Vereinigten Königreich auf.

Häufig gestellte Fragen

Canterbury ist weltberühmt für die Kathedrale von Canterbury, die Sitz des Erzbischofs von Canterbury ist, sowie für sein UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist zudem als Schauplatz von Geoffrey Chaucers berühmter literarischer Sammlung Die Canterbury-Erzählungen bekannt.