Lohnt sich ein Besuch des London Eye?
Nichts kann einen wirklich auf das Gefühl vorbereiten, das man verspürt, wenn sich die Gondel des London Eye vom Boden abhebt. Es bewegt sich so langsam, dass man kaum bemerkt, wie man es hinter sich lässt, und dann liegt plötzlich die ganze Stadt unter einem: die Themse, die sich in beide Richtungen schlängelt, das Parlament, das zum Greifen nah ist, und die Kuppel von St. Paul’s, die das Licht einfängt. Es ist die Stille, die die Menschen überrascht. Eine halbe Stunde Stille, hoch über einer Stadt, die niemals stillsteht.
Es wurde anlässlich der Jahrtausendwende errichtet – ein ehrgeiziges Ingenieursprojekt, das den Londonern die Möglichkeit bieten sollte, ihre eigene Stadt aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, aus einer Perspektive, die zuvor noch niemand hatte. Diese Absicht kommt im Design nach wie vor zum Ausdruck: Glas, Stahl und nichts, was die Aussicht versperrt.
Der Gewinn ist – im wahrsten Sinne des Wortes – eine neue Perspektive. Man verlässt den Ort mit einer mentalen Karte von London, die man zuvor noch nicht hatte, und einer seltsamen Ruhe, die man sonst nirgendwo in der Stadt findet.
Lassen Sie es sein, wenn Sie wenig Zeit haben und der Himmel grau ist. An einem bewölkten Tag verliert das Erlebnis einen Großteil seiner Wirkung.